Warum wir keine Zeit haben, Demokratie zu spielen

Sehr geehrte Mitglieder, liebe Querulanten,

es ist uns aufgefallen, dass einige von Ihnen – trotz unserer wiederholten, fast väterlichen Bitten, doch bitte einfach still zu halten – immer noch nicht begriffen haben, wie schwer es ist, in diesen Zeiten einen funktionierenden Parteibetrieb aufrechtzuerhalten. Wir fühlen uns daher genötigt, Ihnen noch einmal in aller Deutlichkeit zu erklären, warum all Ihre kleinlichen Forderungen nach „Satzungen“, „Wahlen“ oder „Transparenz“ nicht nur unrealistisch, sondern geradezu schädlich für unseren gemeinsamen Kampf sind.

1. Der Kassenbericht? Eine Frage der Prioritäten!

Ja, richtig, eigentlich hätten wir Ihnen vor Monaten schon Einblick in unsere Finanzen geben sollen. Aber mal ehrlich: Wollen Sie wirklich wissen, wofür das Geld draufgeht? Glauben Sie im Ernst, wir hätten nichts Besseres zu tun, als Belege zu sortieren und Excel-Tabellen zu pflegen, während da draußen das Land von linksgrünen Chaoten regiert wird? Wir sind doch keine Buchhalter, wir sind Kämpfer! Und Kämpfer lassen sich nicht von bürokratischem Kleinklein aufhalten.

Außerdem – und das müssen Sie uns einfach glauben – ist die Lage komplex. Sehr komplex. So komplex, dass selbst wir manchmal den Überblick verlieren. Aber das ist doch ein gutes Zeichen, oder? Wenn selbst der Vorstand nicht mehr durchsieht, wie die Gelder fließen, wie soll dann erst der Feind dahinterkommen?

2. Die Neuwahlen? Ein gefährliches Gedankenspiel!

Natürlich hätten wir längst einen neuen Vorstand wählen können. Aber haben Sie mal über die Konsequenzen nachgedacht? Stellen Sie sich vor, wir würden einfach so eine Wahl abhalten – wer garantiert uns dann, dass nicht plötzlich Leute an die Macht kommen, die alles anders machen wollen? Die vielleicht sogar auf die Idee kämen, man müsse sich an irgendwelche Regeln halten? Nein, das können wir nicht riskieren. Stabilität ist alles! Und wenn Stabilität bedeutet, dass wir einfach weitermachen wie bisher, dann ist das halt so.

Und überhaupt: Woher nehmen Sie eigentlich die Frechheit, uns unter Druck zu setzen? Waren Sie schon mal bei einer Vorstandssitzung? Wissen Sie, wie anstrengend das ist, stundenlang darüber zu diskutieren, warum man gerade keine Diskussion führen kann? Das zehrt an den Kräften!

3. Die Mitgliederversammlung? Eine logistische Meisterleistung, die wir bewusst vermeiden!

Sie fordern eine Mitgliederversammlung? Wirklich? In Zeiten wie diesen? Erstens: Wir haben keinen Raum. Zweitens: Selbst wenn wir einen hätten – wer sagt, dass dann nicht irgendwelche „kritischen Stimmen“ auftauchen und alles kaputtreden? Drittens: Haben Sie schon mal versucht, AfD-Mitglieder zu koordinieren? Das ist wie der Versuch, eine Horde Katzen zu einer Demonstration gegen Hundesteuer zu bewegen.

Und jetzt kommt auch noch dieser „akute Demotivationsvorfall“ dazu. Ja, wir geben es zu: Einige von uns haben einfach keine Lust mehr. Aber können Sie es uns verdenken? Ständig diese Nörgelei, diese kleinkarierten Fragen: „Warum wurde nicht abgestimmt?“ „Wo ist das Protokoll?“ „Dürfen die das überhaupt?“ – Mein Gott, Leute, wir versuchen hier, das Abendland zu retten, und Sie wollen uns mit Parteirecht kommen?

4. Die Austrittsaufforderungen? Eine notwendige Säuberungsaktion!

Einige von Ihnen haben Briefe von uns erhalten. Darin stand sinngemäß: „Tretet doch bitte aus, wenn ihr unzufrieden seid.“ Das mag hart klingen, aber es ist reine Fürsorge! Wir wollen doch nur verhindern, dass Sie sich weiter quälen müssen mit einer Partei, die offensichtlich nicht bereit ist, auf Ihre pedantischen Wünsche einzugehen.

Sie denken, das sei undemokratisch? Falsch! Es ist höchste Demokratie – nämlich die Demokratie der Tat. Wer nicht hinter uns steht, der soll gehen. Wer bleibt, der hat eben verstanden, dass in diesen Zeiten Führung wichtiger ist als Diskussion.

Wir machen weiter. Ob Sie wollen oder nicht.

Am Ende bleibt eine einfache Wahrheit: Die AfD OPR braucht keinen internen Kleinkrieg. Sie braucht keine lästigen Formalien. Sie braucht vor allem eins: uns. Den Vorstand. Diejenigen, die seit Jahren (oder zumindest solange, wie wir es uns aussuchen) die Stellung halten.

Also, liebe Mitglieder, Sie haben nun die Wahl: Entweder Sie akzeptieren, dass wir es schon irgendwie richten werden – oder Sie tun uns allen einen Gefallen und verschwinden leise.

Mit parteipatriotischen Grüßen,
Ihr Kreisvorstand
(„Demokratie ist, wenn wir entscheiden, was demokratisch ist.“)


Anhang: Warum dieser Text nicht korrekturgelesen wurde
Wir hatten keine Zeit. Wir sind demotiviert. Und überhaupt – wer sind Sie, dass Sie das verlangen?

Panthea Theodoras