Konsenswahlverfahren

Das Konsenswahlverfahren wurde im Kreis OPR vorgestellt, ausdiskutiert, erprobt und schlussendlich für gut befunden.

Was ist das Konsenswahlverfahren?

Aus den Wahlen in der Politik kennt man das sogenannte Mehrheitswahlverfahren.
Das heisst, aus einer Liste von x Parteien oder Personen erhält eine Person eine Stimme.
Diese Stimmen werden schlussendlich ausgezählt under die Partei oder die Person mit den meisten Stimmen hat gewonnen.

Beim Konsenswahlverfahren ist die Wahl etwas aufwendiger.
Nämlich erhält jeder, sich der Wahl stellende, eine Stimme – diese aber nicht einfach als Zustimmung sondern als Punktesystem.
Gibt es zum Beispiel fünf Kandidaten, so gibt es die Punkte 0,1,2,3,4 die zu vergeben sind.
Jeder Kandidat erhält nun einen dieser Punkte. 4 erhält der Kandidat mit der grössten Zustimmung, 0 der, den man überhaupt nicht wählen möchte.
Oft ist es nämlich so, dass man selbst sagen würde „Dieser ist mein Favorit aber würde der andere gewinnen, damit könnte ich auch leben und wenn der Dritte gewinnt, dann ist das kein Beinbruch, auch wenn ich ihn eigentlich nicht wollte, nur der fünfte, den will ich auf gar keinen Fall.“
Es hört sich jetzt an dieser Stelle etwas lustig an, doch werden Sie im weiteren Verlauf anhand der Beispiele sehen, welchen Sinn das macht.

Bei der Auszählung werden nun alle Punkte der jeweiligen Kandidaten addiert.
Gewinner ist der, mit den meisten Punkten.

Vorteile des Konsenswahlverfahren

Ich konstruiere jetzt eine exemplarische Wahl, bei der die Vorteile des Konsenswahlverfahrens wohl am sichtbarsten werden.
Gegeben seien in diesem Fall drei Kandidaten und einhundert Wähler.

Kandidat 1 erhält folgende Stimmen: 20 x 0 Punkte, 40 mal x 1 Punkt, 20 x 2 Punkte, 20 x 3 Punkte
Kandidat 2 erhält folgende Stimmen: 10 x 0 Punkte, 40 mal x 1 Punkt, 20 x 2 Punkte, 30 x 3 Punkte
Kandidat 3 erhält folgende Stimmen: 40 x 0 Punkte, 30 mal x 1 Punkt, 10 x 2 Punkte, 20 x 3 Punkte

In der Addition ergibt sich also folgendes:
Kandidat 1:  140 Punkte
Kandidat 2: 170 Punkte
Kandidat 3: 110 Punkte

Somit entscheidet Kandidat 2 die Wahl für sich.

Mit Kandidat 1 könnten 20% der Wähler überhaupt nicht leben, 60% soweit so gut und 20% ganz klar.
Mit Kandidat 2 könnten 10% der Wähler überhaupt nicht leben, 60% soweit so gut und 30% ganz klar.
Mit Kandidat 3 könnten 40% der Wähler überhaupt nicht leben, 40% soweit so gut und 20% ganz klar.

Somit spiegelt Kandidat 2 am meisten den Wählerwillen wieder, da 90% der Wähler eher oder ganz klar diesen Kandidaten wählen würden.

Beispiel anhand einer vereinfachten fiktiven Bundestagswahl

Natürlich ist es sehr schwierig, dies in einer stark vereinfachten Rechnung wieder zu geben aber ich möchte das an dieser Stelle versuchen.

Gehen wir von folgendem Endergebnis nach dem bisherigen Wahlmodell aus:

CDU: 35%, SPD: 20%, Linke: 15%, Grüne: 10%, FDP: 5%, Piraten: 5%, AfD: 10%
Um hier jetzt nicht mit riesigen Zahlen jonglieren zu müssen, rechne ich der Einfachheit halber nur mit 10.000 Wählern.
Zu vergeben sind in diesem Fall 0 bis 6 Punkte.

CDU: 3.500 x 6 Punkte, CDU Wähler könnten auch eher mit der AfD leben: 3.500 x 5 Punkte, und auch mit der SPD: 3.500 x 4 Punkte, den Linken: 3.500 x 3 Punkte, und den Grünen mit 3.500 x 2 Punkte, und der FDP mit 3.500 x 1 Punkt aber nicht den Piraten mit 3.500 x 0 Punkte

Ergibt eine Summe von
CDU: 67.200 Punkte
AfD: 17.500 Punkte
SPD: 14.000 Punkte
Linke: 10.500 Punkte
Grüne: 7.000 Punkte
FDP: 3.500 Punkte

Gesamt zu vergebende Punkte: 10.000 x 6 + 10.000 x 5  + 10.000 x 4 + 10.000 x 3 + 10.000 x 2 + 10.000 x 1 = 210.000 Punkte
Das heisst, für eine absolute Mehrheit müssen 105.001 Punkte erreicht werden.

Und jetzt zeigt sich, wozu das Konsenswahlverfahren gut ist.
Es gäbe keine Koalitionsverhandlungen mehr sondern die Koalition hiesse nach der Wahl CDU,AfD,SPD,Linke.
Eine unvorstellbare Koalition aber diese Koalition würde ganz klar den Wählerwillen wiedergeben.

…  noch in bearbeitung …